Die Hetzjagd auf Hasen
– ein globales Tierleid

Was ist Hasenhetze?
Die Hasenhetze ist eine Form der Hetzjagd, bei der Windhunde wie Greyhounds, Galgos, Lurcher oder Whippets auf Sicht jagen. Anders als bei der Lauerjagd wird die Beute nicht überrascht, sondern so lange gehetzt, bis sie erschöpft ist und eingeholt werden kann.
Das sogenannte Hare Coursing ist eine grausame Darbietung, bei der Hasen UND Hunde zur menschlichen Unterhaltung missbraucht werden, oft unter dem Deckmantel von Tradition oder Sport.

Hare Coursing – Brutale Realität für Hasen und Hunde
Beim Hare Coursing werden lebende Hasen gehetzt, gejagt und in die Bahn geworfen, um Windhunde "trainieren" oder "testen" zu können. Auch wenn die Hunde Maulkörbe tragen, ist das Verfahren alles andere als harmlos, weder für die Hasen noch für die Hunde.
Verletzungen trotz Maulkörben
Während die Windhunde die Hasen nicht beißen können, haben sie sehr scharfe, lange Krallen. Man muss sich vorstellen, wie sich diese Krallen in Haut und Körper fräsen, wenn ein Hund den Hasen mit voller Geschwindigkeit trifft oder über ihn rollt.
Hinzu kommen die massiven Kräfte, die beim Werfen der Hasen, bei Kollisionen und beim Abbremsen entstehen.
Die Folge sind schwerste Verletzungen:

  • Gebrochene Rücken und Beine
  •  Wirbelsäulenverletzungen
  • Herzversagen durch extremen Stress
  • Gerissene Organe
  • Ausgerenkte Hüften und beschädigte Zehen

Diese Verletzungen sind nicht die Ausnahme – sie sind Teil der brutalen Realität des Coursings.
Auch die Hunde sind gefährdet
Windhunde erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h. Bei abrupten Richtungswechseln, Zusammenstößen oder Stürzen erleiden sie:

  • Bänderrisse,
  • Zehenverletzungen,
  • Schulter- und Hüftschäden,
  • Wirbelsäulenverletzungen,
  • und nicht selten tödliche Traumata.
  • Coursing ist kein Sport – es ist ein Hochrisiko‑Szenario, das Tiere bewusst in Gefahr bringt.


Jagdformen im Vergleich

Lauerjagd (Brackieren):
In Deutschland nur in Revieren über 1.000 Hektar erlaubt. Dabei wird der Hase aus seiner Sasse aufgescheucht und von einer Bracke – einem langsameren, bellenden Jagdhund – verfolgt. Der Hase versucht durch Hackenschlagen, den Hund abzuhängen. Diese Form gilt nicht als Hetzjagd, da der Hund dem Hasen nicht gefährlich werden kann.
Hetzjagd (Coursing):
Hier wird der Hase direkt gejagt – oft bis zur völligen Erschöpfung oder zum Tod. Die Windhunde sind schneller und jagen auf Sicht. Das Ziel ist nicht die Erlegung durch den Menschen, sondern das Einholen durch den Hund. Ein Wettkampf auf Leben und Tod.


Internationale Praxis der Hasenhetze und Hetzjagd
Spanien: Hasenhetze mit Galgos ist legal und gilt als kulturelles Erbe.
Portugal: Hasenhetze ist ebenfalls erlaubt und wird traditionell praktiziert.
Irland: Legal mit 87 Coursing-Vereinen. Hasen werden aus der Wildnis gefangen, markiert und in Netzgehegen gehalten. Trotz Maulkörben leiden die Tiere schwer.
England: Seit 2004 offiziell verboten, aber weiterhin illegal durchgeführt – oft auf Privatgrundstücken. Polizei dokumentiert Livestreams bis nach China und hohe Wettgewinne.
USA: In einigen Bundesstaaten legal, vor allem im Westen als regulierter Wettkampfsport mit Windhunden betrieben.
Russland: Hasenhetze ist eine traditionelle Jagdform und legal.
Frankreich: Die klassische Hasenhetze mit Windhunden ist nicht verbreitet. Stattdessen ist die Hetzjagd auf größere Wildarten wie Hirsche (chasse à courre) legal und wird traditionell praktiziert.
Pakistan & Indien: In ländlichen Regionen vereinzelt praktiziert, meist illegal und unreguliert. 
Australien: Windhundrennen sind legal, Hasenhetze hingegen verboten.


    Wettindustrie & Livestreams – das Geschäft mit dem Leid

    Coursing ist nicht nur Tradition – es ist ein lukratives Geschäft.
  • In England werden bei illegalen Wettringen Zehntausende Pfund verdient.
  • Die Polizei von Suffolk dokumentierte, dass Hetzjagden gefilmt und per Livestream bis nach China übertragen werden.
  • Onlinewetten befeuern das System – auf Kosten der Tiere.

  • Öffentliche Meinung & politische Stimmen

    In Irland sprechen sich laut RED C-Umfrage 77 % der Bevölkerung für ein Verbot aus.

    Unser Appell
    Coursing wird oft als "Tradition" oder "natürlicher Instinkt" verklärt.
    Doch die Realität ist klar:
    Hare Coursing ist ein System, das sowohl Hasen als auch Windhunde massiven Verletzungen, Todesrisiken und extremem Stress aussetzt.
    Es ist ein Relikt aus einer Zeit, in der Tiere als Werkzeuge betrachtet wurden, nicht als fühlende Lebewesen.

Im Animationsfilm von Protect the Wild UK bekommt ihr einen Einblick in das Hare Coursing: