Retten wir sie gemeinsam:
Warum Spanien dringend echte Evakuierungspläne für Tiere braucht
Jedes Jahr erleben wir in Spanien dieselben traumatischen Szenen: Verheerende Waldbrände vernichten tausende Hektar, Sturmtiefs (DANA siehe unten) sorgen für zerstörerische Überschwemmungen und Naturkatastrophen wie der Vulkanausbruch auf La Palma hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Während für uns Menschen Notfallpläne aktiviert werden, bleiben Millionen von Tieren oft ungeschützt zurück. Sie sind gefangen in schwer erreichbaren Gebieten, stranden in den Fluten oder sterben qualvoll in den Flammen.
Als Tierschützer und Tierverein sehen wir diesen Schmerz jeden Tag aus nächster Hand. Wir wissen, wie groß das Leid der Tiere ist und wie tief der Schmerz der Menschen, die ihre geliebten Begleiter im Chaos verlieren. Das muss aufhören. Ganz besonders bricht es uns das Herz, an jene vergessenen Opfer zu denken, die keine Chance auf Flucht haben: die unzähligen Jagdhunde, die in den dunklen Zulos (Verschlägen) eingesperrt oder in den Massenzwingern der Rehalas festgekettet zurückgelassen werden, wo sie in ihren Verschlägen hilflos ertrinken oder verbrennen, weil niemand die Türen öffnet. Und das Gesetz ist auf unserer Seite.
Die rechtliche Realität: Tierschutz ist kein "Bonus", sondern Pflicht!
Lange Zeit wurde der Schutz von Tieren in Katastrophensituationen als reine Nebensache abgetan, die man dem guten Willen von Freiwilligen überließ. Doch das Rechtssystem hat sich weiterentwickelt, weil sich unsere Gesellschaft weiterentwickelt hat:
• Tiere sind fühlende Wesen: Seit der Reform des Zivilgesetzbuches (Gesetz 17/2021) und Artikel 13 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) sind Tiere offiziell als fühlende Wesen anerkannt. Sie empfinden Schmerz, Angst und Leid – genau wie wir.
• Das Gesetz 7/2023 nimmt die Behörden in die Pflicht: Seit März 2023 ist der Tierschutz bei Katastrophen in Spanien gesetzlich verankert. Artikel 21 des Gesetzes zum Schutz der Rechte und des Wohlergehens der Tiere lässt keinen Spielraum für Interpretationen. Dort heißt es unmissverständlich: "Zivilschutzpläne enthalten Tierschutzmaßnahmen gemäß den Bestimmungen dieses Gesetzes."
Das bedeutet: Die Einbeziehung von Tieren in Notfallpläne ist keine freiwillige politische Option mehr. Es ist eine bindende, gesetzliche Verpflichtung für alle öffentlichen Verwaltungen.
Die bittere Realität:
Trotz dieses klaren gesetzlichen Rahmens hinkt die Realität in den autonomen Gemeinschaften Spaniens meilenweit hinterher. Auf dem Papier existiert das Gesetz, doch in den Amtsblättern wird weitergeschrieben, während vor Ort bei Katastrophen das pure Chaos herrscht.
• Fehlende Protokolle: In den meisten Regionen gibt es keine koordinierten Pläne für die Evakuierung von Haus-, Nutz- und Wildtieren.
• Gefahr für Mensch und Tier: Viele Menschen weigern sich verständlicherweise, ihre Häuser zu verlassen, wenn sie ihre Tiere zurücklassen müssen. Manche kehren sogar heimlich in Sperrzonen zurück, um sie zu retten. Das bringt auch die Retter von Feuerwehr und Zivilschutz in Lebensgefahr.
• Es geht auch anders: Länder wie die USA oder Australien zeigen seit Jahren erfolgreich, dass funktionierende Evakuierungsprotokolle für Tiere, inklusive Logistik, Transport und Notunterkünften, Leben retten und Leid minimieren.
Wir, Windhund-Netzwerk, sind Teil der "Plattform für den Schutz und die Evakuierung von Tieren bei Naturkatastrophen" (Exigimos un protocolo de evacuación de animales en catástrofes).
Wir fordern die lokalen, regionalen und nationalen Regierungen auf, endlich zu handeln und das Gesetz 7/2023 in die Praxis umzusetzen!
Wir fordern ein einheitliches, koordiniertes Protokoll, das:
• Logistik und Transport für Haus-, Nutz- und Wildtiere festlegt.
• Temporäre, sichere Unterkünfte und tierärztliche Notversorgung garantiert.
• Feste Kooperationen mit Tierrettungsorganisationen und Experten etabliert.
• Integraler Bestandteil von Katastrophenübungen wird, um Einsatzkräfte und Bürger zu schulen.
Tierschutz steht nicht im Widerspruch zum Schutz von Menschen. Er ergänzt ihn und macht unsere Gesellschaft sicherer und menschlicher. Eine wirklich vorbereitete Gesellschaft lässt diejenigen nicht zurück, die nicht selbst um Hilfe bitten können.
Werde aktiv: Unterschreibe jetzt unsere Petition!
Unsere Tiere sind Teil unserer Familien und unserer Umwelt. Ihre Sicherheit darf in einer Krise keine Nebensache sein. Wir brauchen deinen Druck auf die zuständigen Behörden, damit aus geschriebenen Gesetzen endlich gelebte Realität wird.
Unterschreibe und teile noch heute unsere Petition! Gemeinsam geben wir denjenigen eine Stimme, die in den Flammen und Fluten nicht für sich selbst sprechen können.
Flutkatastrophe DANA Oktober 2024
Link zum Podcast: https://jaspersabenteuer.podigee.io/42-sosdana
Update März 2025
Verheerende Umweltkatastrophe in Spanien:
In vielen Regionen Spaniens haben tausende Menschen und Tiere die Sturzfluten nicht überlebt. Das Wasser und der Schlamm stehen immer noch hoch und ganze Landstriche sind von der Außenwelt abgeschnitten. Dramatische Notrufe erreichen uns im Stundentakt. Zerstörte Tierheime, zerstörte Futtervorräte, kniehoher Schlamm. Allen Tieren fehlt ein trockener Rückzugsort. Keinerlei medizinische Versorgung. Viele Straßen sind noch unbefahrbar.
Viele unserer Freunde kamen mit dem Schrecken davon, doch sie sind zutiefst traumatisiert. Manche bezahlten mit ihrem Leben und manche werden noch vermisst. Und dann die unzähligen betroffenen Tiere. Tierheimtiere wie auch die Tiere in den Massenzuchtanlagen. Tausende Kettenhunde, wie in den Rehalas, die keinerlei Chance hatten in den Hochgebieten der traditionellen Jagd. Zig Tausende sogenannte Haus- und Nutztiere sind qualvoll in den Sturzfluten verendet. Wir sind verzweifelt und weinen, um all die, die diese Umweltkatastrophe nicht überlebt haben. Unser tiefstes Beileid für so viele verlorene Leben.
All unsere Unterstützung den Beschützern, die gerade jetzt in diesem Moment kämpfen, die noch lebenden Tiere zu retten. Es stehen uns allen noch große Herausforderungen bevor die, die überlebt haben mit Futter, Medikamenten, Betten, Baumaterialien etc. zu versorgen.
Update Mitte November / unsere Spendenaktion Soforthilfe DANA:
2 Wochen nach der Unwetterkatastrophe Dana in Spanien wird erst langsam deutlich wie groß das Ausmaß der Zerstörung ist. In mindestens 34 von der Flut betroffenen Gemeinden ist die Kanalisation schwer durch tonnenweise Schlamm beschädigt. Die Abwassernetz-Sorgen werden noch viele Monaten die Arbeiter vor große Herausforderungen stellen. Teilweise gibt es immer noch kein Leitungswasser und keinen Strom. Ein Teil der stinkenden braunen Masse ist kontaminiert, sei es mit Fäkalien oder Abfällen aus der Industrie. In manchen Regionen steigt die Gefahr von Infektionskrankheiten. Weiterhin werden immer noch Menschen im Katastrophengebiet vermisst. Allein das betroffene Gebiet in Valencia erstreckt sich auf einer Fläche von 450.000 Hektar und 75 Gemeinden. 25.000 Hektar wurden komplett überschwemmt, das entspricht 50.000 Fußballfeldern.
In ganz Spanien wurden 224 Menschen (216 in Valencia) und allein in Valencia über 4.000 Tiere tot geborgen. Bei all den Katastrophenmeldungen gibt es auch positive Nachrichten. Die beschädigten Straßenabschnitte sind größtenteils wieder befahrbar. Auch die Züge fahren wieder zwischen Madrid und Valencia. Dank der großzügigen Unterstützung vieler Spender an unser Netzwerk konnten wir hunderten Tieren und den Menschen in vielen betroffenen Tierschutzstationen helfen. Eure finanzielle Hilfe hat in den schlimmsten Stunden der Flutkatastrophe maßgeblich viele Tierleben gerettet. Mit so vielen Spendern haben wir eine starke Gemeinschaft aufgebaut, die unsere Freunde im spanischen Tierschutz sprachlos machten. Sie alle sind überwältigt von unserer gemeinsamen Solidarität.
Gemeinsam mit unseren spanischen Kooperationspartnern haben wir dauerhaft Notfallzentren für betroffene Tierheime in ganz Andalusien aufgebaut, um weiterhin beim Aufbau der Stationen und der Rettung von Windhunden zu helfen.
Unsere Partner: Galgos 112 oficial, Amics dels Animals de la Noguera, Fundacion damas y vagabundo und Sociedad Protectora de Animaley, Fundacion Salvando Peludos
- Bitte zeigt eure Solidarität mit unseren spanischen Tierschutzfreunden und den Tieren und spendet mit dem Verwendungszweck "DANA" auf unsere Vereinskonten per Banküberweisung oder per PayPal. Wir leiten die Spenden zu 100% weiter in die Katastrophengebiete. Schaut unter dem Menüpunkt "Wie kannst du helfen". Dort könnt ihr euch bis 300 EUR die vereinfachte Zuwendungsbescheinigung für das Finanzamt ausdrucken. Windhund-Netzwerk e.V. ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein.
- Startet selbst Aktionen oder Auktionen, um Gelder zu sammeln. Wir helfen euch gerne dabei, dass die Spendengelder dort ankommen, wo sie am meisten benötigt werden.